Rechnungen korrekt stornieren

Immer wieder erreichen uns Anfragen nach einer Stornofunktion für Rechnungen, wie sie in verschiedenen anderen Anwendungen dieser Art zu finden ist. Oft wird dies in Form einer Saldenannullierung der Rechnung realisiert, d.h. die Rechnung bleibt im System erhalten, aber alle Beträge werden auf 0 gesetzt (und evtl. eine Bestandskorrektur vorgenommen). Das Umsatzsteuergesetz lässt unserer Meinung nach aber keinen Spielraum für Lösungen dieser Art:

Der einzig korrekte und prüfungssichere Weg zum Stornieren einer Rechnung ist das Erstellen einer entsprechenden Gutschrift!

Der Rechnungsaussteller muss beim Wegfall der Rechnungsgrundlage sowohl für die Korrektur der (eigenen) abgerechneten Umsatzsteuer als auch für die Korrektur der vom Rechnungsempfänger abgerechneten Vorsteuer sorgen. Diese Korrekturen müssen außerdem in den Abrechnungs-Zeiträumen geschehen, in denen die Stornierung erfolgt ist. Das kann also auch Monate nach Rechnungserstellung der Fall sein. Das Nichtausstellen eines entsprechenden Belegs zur Vorsteuerkorrektur für den ursprünglichen Rechnungsempfänger kann zur Haftung für diese Steuerbeträge auf der Seite des Rechnungsausstellers führen (Gefährdung des Steueraufkommens).

Das Ausstellen einer Gutschrift als Stornobeleg erfüllt dagegen alle steuerrechtlichen Forderungen: Der Korrekturbeleg ist zeitlich unabhängig vom Originalbeleg, es existiert ein nachweisbarer Buchungsbeleg für beide Seiten und die Originalrechnung bleibt unverändert erhalten.

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