Rechnungsabgrenzungsposten

Für den größten Teil unserer Anwender ist der 31.12. eines Jahres auch gleichzeitig der Bilanzstichtag der eigenen Firma. Zum Bilanzstichtag wird der Jahresabschluss erstellt.

Wenn Ausgaben, Aufwendungen, Einnahmen oder Erträge zeitlich über den Stichtag hinaus gelten, wird zum Stichtag ein Rechnungsabgrenzungsposten „RAP“ notwendig. Er sorgt für eine zeitlich richtige Einordnung der Geschäftszahlen für das Jahresabschlussergebnis. Eine Rechnungsabgrenzung ist laut § 250 des HGB und § 5 Abs. 5 des Einkommensteuergesetzes gesetzlich vorgeschrieben.

Ein Beispiel dafür kann ein Versicherungsvertrag (Kreditor) sein. Ist der Vertrag zum 01.05. abgeschlossen worden, gehören anteilig acht Monate der zu zahlenden Jahresprämie in das alte Jahr und vier Monate in das neue Jahr. Hier wird zum Bilanzstichtag ein Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite – ARAP gebildet.

Aufwandsbuchung nach Rechnungsdatum (Bilanz) oder Zahlungsdatum (EÜR)
Abgrenzung der anteiligen Summe von 4 Monaten für 2020
Im neuen Jahr – Auflösung des RAP in das Aufwandskonto

Handelsgesetzbuch § 250: „(1) Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlußstichtag auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.“

Das zweite Beispiel zeigt eine Buchung in MonKey Office für die Passivseite – PRAP. Ein Kunde (Debitor) zahlt für einen Jahresvertrag.

Ertragsbuchung nach Rechnungsdatum (Bilanz) oder Zahlungsdatum (EÜR)
Abgrenzung der anteiligen Summe von 9 Monaten für 2020
Im neuen Jahr – Auflösung des RAP in das Ertragskonto

Handelsgesetzbuch § 250: „(2) Auf der Passivseite sind als Rechnungsabgrenzungsposten Einnahmen vor dem Abschlußstichtag auszuweisen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.“

Vorsteuer sowie Umsatzsteuer werden jeweils in der ersten Buchung fällig.

Durch die Rechnungsabgrenzung werden zeitraumbezogene Einnahmen bzw. Ausgaben dem zutreffende Wirtschaftsjahr zugeordnet und sorgen für eine periodengerechte Gewinnermittlung.

Sollten Einnahmen oder Ausgaben vor dem Bilanzstichtag geleistet werden, die erst nach dem Stichtag erfolgswirksam werden, so sind diese als transitorische Rechnungsabgrenzung zu behandeln.

Antizipative Rechnungsabgrenzungen sind Erträge und Aufwendungen, die noch nicht geleistet wurden, aber bereits in das Abschlussgeschäftsjahr gehören.

Blogbeiträge erscheinen am ersten Mittwoch jeden neuen Monats.

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