Umsatzsteuerverprobung

Die Umsatzsteuerverprobung ist eine Plausibilitätsprüfung der Buchhaltung eines Unternehmens. Hiermit werden die gemeldeten und abgeführten Umsatzsteuerbeträge mit den tatsächlich erzielten Nettoerlösen geprüft.
Sie lässt Rückschlüsse auf eine korrekt geführte Buchhaltung zu.

Diese Methode wird bei umsatzsteuerlichen Betriebsprüfungen angewandt. Der Vergleich ermöglicht einen zuverlässigen Überblick, ob die gezahlten Umsatzsteuerbeträge den tatsächlichen Umsätzen des Unternehmens entsprechen. Jeder kann und sollte zur eigenen Sicherheit diese Prüfung durchführen. Hierbei kommt es zu geringfügigen Abweichungen. Diese erklären sich zum Einen aus unterschiedlichen Rechnungswegen der Summenbildung und den damit verbundenen Rundungen der Nachkommastellen der Einzelbeträge.

Beispiel: Eine Firma verkauft einen Artikel zu einem Nettopreis von 1,99 Euro. Die errechnete Steuer 19% beträgt 0,3781 Euro. Der Betrag wird auf 0,38 Euro aufgerundet. Die Differenz der Rundung beträgt 0,0019 Euro. Bei der Summierung von Artikeln entstehen Ungenauigkeiten, die sich im Cent – Bereich auswirken. Sie ergeben sich durch Rundungen bei Berechnungen mit größerer Anzahl von Nachkommastellen.

Eine weitere geringfügige Ungenauigkeit ergibt sich aus der Berechnung für die Umsatzsteuervoranmeldung. Hier gibt es in der Spalte „Grundlagen“ nur volle Euro. Die Centbeträge fallen weg. Das bedeutet, aus 1,99 Euro (Steuer 19% = 0,38 Euro) wird 1,00 Euro. Die daraus errechnete Steuer beträgt 0,19 Euro. Hier entsteht eine Rundungsdifferenz von 0,19 Euro.

Das Finanzamt akzeptiert einen Kulanzbereich für geringe Abweichung der Umsatzsteuersumme zu den Umsatzerlösen. In diesen Bereich fallen auch die Rundungsdifferenzen und sie führen zu keiner Beanstandung seitens des Finanzamtes.

Sollte es zu größeren Abweichungen kommen, muss nach den Fehlern in der Buchhaltung gesucht werden. Eine Fehlerquelle können z.B. Konten sein, denen keine korrekte Mehrwertsteuer zugewiesen ist. Diese müssen geprüft und korrigiert werden. Eine berichtigte Voranmeldung wird dem Finanzamt zugestellt. Mit der Abgabe der Jahressteuererklärung wird eine Übereinstimmung der gemeldeten und gezahlten Umsatzsteuerbeträge zu den erzielten Umsätzen vorausgesetzt.


Nachfolgend möchte ich ein Beispiel für eine Umsatzsteuerverprobung in MonKey Office zeigen:

In eine Umsatzsteuerverprobung gehören alle steuerrelevanten Erlöskonten, z.B. Erlöse, Anlagenverkäufe, Erlöse aus Vermietungen, Provisionserlöse usw.. Nicht zu vergessen sind die dazugehörigen Skonti, Rabatte und Boni, welche vom Umsatz abgezogen werden.

Monatliche Umsatzsteuerverprobung (Umsatzsteuervoranmeldung):

MonKey Office -> Buchhaltung -> Journal
Den Filter stelle ich im Journal auf den betreffenden Monat. Die Steuerspalte im Tabellenkopf sortiere ich durch Anklicken. Ich erhalte alle bebuchte Konten, sortiert nach den jeweiligen Steuersätzen.

Über das Summenzeichen im linken unteren Bereich erhalte ich die Summe aller Umsätze meiner markierten Konten einer Steuergruppe.
70.472,64 – 131,77 = 70.340,87 * 19% = 13.364,77

Aus der Umsatzsumme errechne ich die Umsatzsteuer. Dieses Ergebnis wird mit der zugehörigen Eintragung in meiner Umsatzsteuervoranmeldung auf Übereinstimmung verglichen.

Meine Summe lautet hier 13.364,60

Die Abweichung von 17 Cent kann ignoriert werden.

Diesen Vergleich führe ich mit allen Steuergruppen durch.


Selbige Verfahrensweise ist für den Jahresvergleich der Umsatzsteuerverprobung anzuwenden.

Die Anzeige im Journal wird über den Filter auf das Jahr umgestellt.

Jetzt kann ich die Summen bilden und die dazugehörige Steuer berechnen. Wenn die Zahlen in meiner Umsatzsteuererklärung mit meinen errechneten Ergebnissen weitestgehend übereinstimmen, ist die Umsatzsteuerverprobung erfolgreich.

Die Umsatzsteuererklärung kann dem Finanzamt übertragen werden.

Werden große Differenzen bei einer Umsatzsteuerverprobung anhand der Steuererklärung und den tatsächlichen Umsätzen durch das Finanzamt festgestellt, kann es zum Vorwurf einer Steuerhinterziehung führen.


Verprobung der Vorsteuer:
Wareneinsatz + Anlagegüter + Aufwendungen – Skonto, Rabatt, Boni – nicht abziehbare Vorsteuer

Hier sollte nur eine minimale Cent – Abweichung zu entdecken sein. Es gibt bei Eingangsrechnungen genau zwei Nachkommastellen. Lediglich bei der Angabe Nettopreis von Anlagegütern kann es zu geringfügigen Vorsteuer – Rundungsfehlern kommen.


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